Wie Gaming Conventions den Tourismus fördern können

Messen sind eine ideale Möglichkeit für Start-ups und Unternehmen, neue Ideen, Technologien und Produkte vorstellen zu können. Neben dem offensichtlichen Nutzen für die einzelnen Aussteller profitiert auch der Tourismussektor der diversen Städte von den Besucherzahlen der Messen. Eine der beliebtesten Arten von Messen sind die sogenannten Gaming Conventions. Hierzu zählen alle Formen von Spielen, wie (Pen & Paper)-Rollenspiele, Brettspiele und natürlich auch Videospiele.

Im Oktober jeden Jahres findet die weltweit größte aller nicht-elektronischen Spielemessen im deutschen Essen statt. Auf den Internationalen Spieltagen werden dabei alle Arten von unterschiedlichen Spielen präsentiert, wobei Brettspiele im Fokus stehen. Mit über 1000 Ausstellern aus mehr als 50 Ländern findet sich ein breites Angebotsfeld. Bei vielen der Aussteller handelt es sich um kleine Anbieter, weshalb deren Brettspiele auch sehr selten und damit schwer im Einzelhandel erhältlich sind. Das ist sicherlich einer der Gründe, warum das Interesse an der Messe so groß ist. Viele dieser Spiele werden auch durch die Messe erst groß. So wurde das Brettspiel Azul auf den Internationalen Spieltagen 2017 präsentiert und schaffte es im Juni 2018 zum Spiel des Jahres gekürt zu werden. All das verschafft der Stadt Essen natürlich viel Bekanntheit, was sich auch den Besucherzahlen widerspiegelt. Gab es 2012 noch 149.000 Besucher, waren es 2017 schon 182.000 Menschen gewesen. Mit mehr als 900 Ausstellern aus mehr als 54 Ländern ist die Gamescom dagegen die größte Ausstellung von Videospielen Europas und steht weltweit nur noch hinter der Asia Game Show. Die Stadt Köln profitiert jeden Sommer von den internationalen Besuchern. Im Jahre 2017 kamen 350.000 Besucher auf die Gamescom, was die bislang höchsten Besucherzahlen der Spielemesse waren.

Es sind aber nicht nur Messestädte, die von dem Erfolg der Spieleentwickler oder der Besucherzahlen profitieren können. So hat die Stadt Karlsruhe in Deutschland vom Aufstieg von Gameforge profitiert, welches für Spiele wie TERA, Runes of Magic oder Browserspiele wie OGame bekannt ist. Dort arbeiten mehr als 500 Angestellte, weshalb die Spieleschmiede sich als wichtiger Arbeitgeber etabliert hat. Mit einem Umsatz von knappen 70 Millionen Euro im Jahre 2016 ist Gameforge ebenfalls ein wichtiger Steuerzahler. Auch ein innovatives Unternehmenskonzept sowie ein Fokus auf soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit können sich für einen Standort beweisen. So verhält es sich mit dem Spieleanbieter Mr Green mit Sitz in Stockholm und Malta. Das Unternehmen hat einen Fokus auf verantwortungsvolles Spielen gesetzt und dafür eigens eine Software zur Risikoeinschätzung entwickelt. Hinzu kommt, dass Mr Green auch Mitinitiator eines Ozeanreinigungsprojektes an der Küste Maltas gewesen ist. Die Verringerung der Umweltverschmutzung hat natürlich dem Ruf des Tourismusstandortes Malta einen Schub gegeben.

Auch wenn es sich um keine international große Messe handelt, gibt es mit der Play Austria ebenfalls einen heimischen Vertreter der Spielemessen. Erstmalig im Jahre 2017 gestartet, reflektiert die Messe den Aufstieg der österreichischen Spieleindustrie. Die Play Austria wird in Wien abgehalten; dem Herzen der Spieleentwicklung in Österreich. Allerdings mangelte es bislang noch an internationaler Aufmerksamkeit, weshalb noch nicht viel ausländische Besucher mobilisiert werden konnten. Wenn die Spieleszene hier den Durchbruch schaffen könnte, würde auch der heimische Tourismus gefördert werden können.

Besuchen Sie die internationalen Spieltage SPIEL auf Facebook.

www.spiel-messe.com