EURORAI-Seminar in Dresden: Tourismus im Fokus der öffentlichen Finanzkontrolle

Stadtrechnungshof-Direktor Sedlak: „Internationaler Erfahrungsaustausch stärkt Qualität der Prüfungen“

Ein aktuelles und für viele Regionen wirtschaftlich bedeutendes Thema stand Mitte April 2026 im Mittelpunkt des Internationalen EURORAI-Seminars (European Organization of Regional Audit Institutions) in Dresden, der Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen: Die Prüfung des Tourismus und der damit verbundenen öffentlichen Strukturen.

Unter dem Titel „Prüfungen im Bereich Tourismus“ diskutierten mehr als 100 Teilnehmer:innen aus 14 Ländern im Plenarsaal des Sächsischen Landtags aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze der externen öffentlichen Finanzkontrolle.

Eröffnet wurde die hochrangige Veranstaltung von Jens Michel, Präsident des Sächsischen Rechnungshofs und Mitglied des EURORAI-Präsidiums, Ines Saborowski, Erste Vizepräsidentin des Sächsischen Landtags, sowie Charles Pict, Präsident von EURORAI und Direktor des Internen Auditdienstes des Kantons Genf.

Breites Themenspektrum in drei Panels

Im Rahmen von drei Fachpanels beleuchteten internationale Expert:innen unterschiedliche Aspekte der Tourismusprüfung. Im Fokus standen unter anderem Prüfungen von Tourismusabgaben, die Kontrolle von Tourismusverbänden sowie Prüfungen in tourismusnahen Bereichen wie Infrastruktur, Finanzierung und Verwaltung.

Referentinnen aus Österreich, Spanien, Deutschland sowie der Schweiz präsentierten ihre Erfahrungen und gaben Einblicke in unterschiedliche nationale Prüfungsansätze. Die Moderation übernahmen hochrangige Vertreter:innen europäischer Kontrolleinrichtungen, darunter EURORAI-Vizepräsidentin Alison Cumming (Audit Scotland), Präsidentin Cornelia Ruppert (Rechnungshof Baden-Württemberg) und Präsident Uwe Becker (Hessischer Rechnungshof).

Hochrangige internationale Beteiligung

Die Teilnehmerliste verdeutlicht die internationale Bedeutung der hochrangig besetzten Veranstaltung: Repräsentant:innen regionaler und kommunaler Kontrollinstitutionen aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Polen, Österreich, Schweiz, Litauen, Norwegen, Portugal, Brasilien, Ungarn, Schottland, Bosnien und Herzegowina sowie Slowenien nahmen am Seminar teil und brachten ihre Expertise ein.

Dass das Generalthema auch für die Kontrolle in Österreich von großer Wichtigkeit ist, zeigte sich unter anderem daran, dass Vertreter:innen von sieben Landesrechnungshöfen sowie der Direktor des Wiener Stadtrechnungshofes am EURORAI-Seminar teilnahmen.

Darüber hinaus boten Vertreter zweier Landesrechnungshöfe, so Hannes Walder, vom Landesrechnungshof Tirol und Bernhard Mairleitner, Projektleiter und Prüfer am Oberösterreichischen Landesrechnungshof Einblick in die Arbeit österreichischer Kontrolleinrichtungen.

Austausch als Grundlage für Weiterentwicklung von Prüfungen

Neben den Fachvorträgen bot das Seminar umfangreiche Möglichkeiten zum internationalen Austausch – etwa im Rahmen von Diskussionen, Arbeitsgesprächen sowie bei den begleitenden Abendveranstaltungen.

Werner Sedlak, Direktor des Stadtrechnungshofes Wien:
„Das EURORAI-Seminar zeigt einmal mehr, wie wichtig der Blick über nationale Grenzen hinweg ist. Der Austausch von Erfahrungen und Methoden trägt wesentlich dazu bei, die Qualität und Wirksamkeit der öffentlichen Finanzkontrolle weiter zu verbessern.“

www.eurorai.org