Offener Brief an LH Mag. Hans Peter Doskozil – Burgenland-Maut verteuert Lebensmittel

Die Burgenland-Maut ist der falsche Weg, da sie Lebensmittel verteuert und die Nahversorgung gefährdet!

Wie Sie wissen, ist die KASTNER Gruppe als österreichisches Familienunternehmen im Lebensmittelgroßhandel für die Nah&Frisch Nahversorger, die Gastronomie und Bio-Händler tätig. Mit insgesamt über € 300 Mio. Umsatz und 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gehört KASTNER zu den größten Lebensmittelhändlern in Österreich. Als größter burgenländischer Großhändler mit Standorten in Eisenstadt und Jennersdorf, sichern wir auch hier die flächendeckende Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs!

Burgenland-Maut gefährdet Nahversorgung

Der massive Kostendruck durch gestiegene Energiepreise, geringere Handelsspannen und unsinnige Bürokratie-Vorgaben von Ländern, Bund und EU, bringen die Nahversorger schon jetzt in existentielle Bedrängnis! Stirbt der Nahversorger, stirbt der Ort und die Wähler verpassen der Politik einen Denkzettel! Diese Entwicklung wird die von Ihnen geplante Burgenland-Maut verschärfen, da die Kosten der Maut auf die Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben werden müssen! Damit wird diese Maßnahme auch zu einem weiteren Inflationstreiber! Die Kundinnen und Kunden werden zuerst uns (durch Kaufzurückhaltung und Abwanderung zu Diskontern) und dann die Politik dafür abstrafen! Dazu sind wir aber nicht bereit!

Nahversorgung ist auf Landstraßen angewiesen

Besonders relevant ist die geplante Maut für die Nahversorgung. Lebensmittelgeschäfte müssen regelmäßig beliefert werden, bei frischen und gekühlten Produkten gelten zudem kurze Lieferintervalle und strenge Anforderungen an die Kühlkette. Gerade im ländlichen Raum ist es vielfach nicht möglich, auf Autobahnen oder Schnellstraßen auszuweichen. Landesstraßen sind notwendig, um Geschäfte, Gastronomiebetriebe und andere Abnehmer überhaupt zu erreichen.

Eine zentrale Rolle übernimmt dabei der Lebensmittelgroßhandel. Er bündelt Waren unterschiedlicher Produzenten und sorgt für die Belieferung des Einzelhandels, der Gastronomie und von Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung in ganz Österreich.

Föderaler Mautdschungel droht

Zuerst im Burgenland und dann in ganz Österreich – Budgetlöcher stopfen auf Kosten der Nahversorgung ist keine nachhaltige Politik! Schon heute ist die Konzentration im Lebensmittelhandel enorm, was auch die Politik immer wieder kritisiert. Mit dieser Maut-Idee werden insbesondere die kleinen Händler noch weiter an den Rand gedrängt. Die Marktkonzentration wird weiter steigen und die Politik kann gegen ein drohendes Oligopol nichts mehr ausrichten!

Entlasten statt Belasten

Als Lebensmittelgroßhändler wollen wir faire und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Nur damit können wir hochwertige österreichische Lebensmittel zu guten Preisen anbieten. Unsere Forderung: Keine Maut für Lebensmitteltransporte – egal wo! Lebensmittel müssen entlastet und nicht belastet werden! Dies könnte auch durch eine effizientere Logistik durch den Entfall der LKW-Fahrverbote erreicht werden!

In diesem Sinne appellieren wir an Sie, die geplante Burgenland-Maut zu streichen und gemeinsam mit uns Ideen zur Entlastung und Stärkung der Nahversorger umzusetzen!

https://www.kastner.at