Forschung hautnah erleben: LBG öffnet bei „Lange Nacht der Forschung“ ihre Türen
Neun Ludwig Boltzmann Institute (LBI) der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) laden am 24. April 2026 zum Entdecken, Ausprobieren und Mitdiskutieren ein.

Neun Ludwig Boltzmann Institute (LBI) der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) laden am 24. April 2026 zum Entdecken, Ausprobieren und Mitdiskutieren ein.
Am 24. April steht Österreich ganz im Zeichen der Wissenschaft. Bei der „Lange Nacht der Forschung“ öffnen Forschungseinrichtungen im ganzen Land wieder ihre Türen für die Öffentlichkeit. Mit dabei ist auch die LBG: Neun Institute in Salzburg, St. Pölten und Wien bieten Wissenschaftsinteressierten einen Einblick in ihre vielfältige Forschung. Von Lungengesundheit über Traumatologie, Wissenschaftsvermittlung und Pandemievorsorge bis hin zur Kriegsfolgenforschung sind Menschen jeden Alters eingeladen, die Forschung der LBG hautnah zu erleben und in den Alltag der Wissenschafter:innen einzutauchen.
„Die ‚Lange Nacht der Forschung‘ zeigt, wie äußerst spannend Wissenschaft ist – vor allem dann, wenn man sie selbst erleben und ausprobieren kann“, so Elvira Welzig und Marisa Radatz, Geschäftsführerinnen der LBG. „Unsere Ludwig Boltzmann Institute beschäftigen sich mit Themen, die uns alle betreffen. Von Gesundheitsfragen bis zu gesellschaftlichen Entwicklungen. Wir laden Besucher:innen herzlich ein, unsere Forschung aus nächster Nähe kennenzulernen und mit unseren Wissenschafter:innen ins Gespräch zu kommen.“
Insgesamt geben neun Institute der LBG Einblicke in ihre aktuelle Forschung und laden zum Mitmachen ein. Das LBI für Lungengesundheit in Wien zeigt, was hinter LEAD steckt – Österreichs größter longitudinaler Gesundheitsstudie (Lung, hEart, sociAl, boDy). Seit 2012 erforscht das Institut bei über 15.000 Wiener:innen die Faktoren für Lungenfunktion und Atemgesundheit und trägt damit zur Prävention chronischer Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Besucher:innen können vor Ort ihre eigene Lungenfunktion testen.
Wie Datenanalyse und Mathematik die medizinische Forschung sichtbar machen kann, demonstriert das LBI für Netzwerkmedizin in Wien: Teilnehmende können in das menschliche Protein-Netzwerk eintauchen und komplexe biologische Strukturen als interaktive VR-Landschaft erleben.
In Salzburg zeigt das LBI für Digitale Gesundheit und Prävention unter anderem wie mithilfe digitaler Technologien der Alltag gesünder gestaltet werden kann. An einer Mitmachstation können Besucher:innen die „Active Waiting“ App kennenlernen: Dabei werden alltägliche Wartezeiten genutzt, um kurze, einfache Bewegungsübungen in den Tagesablauf zu integrieren.
Das LBI für Nanovesikuläre Präzisionsmedizin lädt ebenfalls in Salzburg ein, die Welt der Nanovesikel zu entdecken. An interaktiven Stationen können Teilnehmer:innen selbst Vesikel etwa aus Zitronen oder Bier isolieren und untersuchen, wie diese winzigen Transportstrukturen in der Forschung genutzt werden.
Vier Institute präsentieren ihre Forschung entlang der „Medizinischen Forschungsmeile“ der Medizinischen Universität Wien. Das LBI für Arthritis und Rehabilitation zeigt bei der „Lange Nacht der Forschung“ einen beispielhaften Reha-Aufenthalt und wie moderne Reha-Forschung Menschen nach einer Krankheit oder Verletzung auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben unterstützt. Am LBI für Hämatologie und Onkologie erfahren Interessierte, wie die Forschung neue Ansätze in der Behandlung von Blutkrebs eröffnet und welche Rolle dabei leukämische Stammzellen spielen.Das LBI für Traumatologie präsentiert an seiner Station „Achtung Unfall! Forschen, um zu heilen.“ innovative Forschung zu Unfallverletzungen und deren Behandlung. Unter dem Motto „Retten, Reparieren, Regenerieren“ erleben Besucher:innen hautnah, wie Blut gerinnt, Knochen repariert werden und Heilung gefördert wird – mit Mikroskop und VR-Brille wird Forschung greifbar. Das LBI für Wissenschaftsvermittlung und Pandemievorsorge widmet sich einer zentralen Frage: Warum ist Vertrauen in Wissenschaft fundamental für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? An interaktiven Stationen lernen Teilnehmer:innen die psychologischen Hintergründe von Wissenschaftskommunikation kennen. An der Station „Community Science“ können Besucher:innen selbst aktiv werden und erleben, wie Forschung zum Schutz unserer Gesundheit beiträgt. Sie sammeln Umweltproben und lassen diese anschließend im Labor untersuchen.
Neben dem medizinischen Bereich bietet die LBG auch Einblicke in ihre geisteswissenschaftliche Forschung: Das LBI für Kriegsfolgenforschung erforscht die politischen, sozialen und kulturellen Folgen von Kriegen und Konflikten und zeigt, wie historische Perspektiven aktuelle Entwicklungen besser verständlich machen. An mehreren Stationen präsentiert das Institut Wissenschaft, Geschichte und persönliche Lebensgeschichten: In St. Pölten macht eine interaktive Station im Museum Niederösterreich Flucht-, Exil- und Widerstandserfahrungen von Vertriebenen sichtbar und widmet sich „Niederösterreicher:innen in der Neuen Welt (1938–1945)“. In Wien präsentiert das LBI in Kooperation mit weiteren Institutionen ein gemeinsames Vortrags- und Führungsprogramm rund um das 120-Jahre-Jubiläum des wohl bedeutendsten Gebäudes der Wiener Moderne – der Otto-Wagner-Postsparkasse. Gleichzeitig eröffnet an diesem Abend das „Museum of Survivors“, ein interaktives Online-Museum zu Krieg- und Fluchterfahrungen, das in der Postsparkasse vorgestellt wird und die individuellen Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt.
Die „Lange Nacht der Forschung“ gilt als Österreichs größtes Event zu Wissenschaft, Forschung und Innovation und findet seit 2005 alle zwei Jahre landesweit statt. Heuer warten in allen neun Bundesländern mehr als 3.000 Programmpunkte – von Führungen und Workshops über Vorträge bis zu Live-Präsentationen und Experimenten zum Mitmachen.
Die Teilnahme an der „Lange Nacht der Forschung“ am 24. April 2026 ist kostenlos und beginnt ab 17 Uhr. Das vollständige Programm und alle teilnehmenden LBI finden sich hier: lbg.ac.at/events/lbg-bei-der-langen-nacht-der-forschung-2026