San Diego vor Singapur und Wien: Der Reise-eSIM-Anbieter Holafly hat 50 internationale Städtedestinationen nach Kriterien wie Grünraum, Wellnessangebot, Luftqualität, Sonnenstunden, Verkehrsbelastung und Lebenszufriedenheit untersucht. Wien landet auf Platz drei. Besonders positiv: kurze Verkehrszeiten, gute Luftqualität sowie ein großes Angebot an Parks und Erholungsmöglichkeiten.
Das Ranking ist keine wissenschaftliche Studie und die zugrunde liegenden Daten stammen bereits aus dem Juli 2025. Interessanter als die Rangliste ist deshalb die Idee dahinter.
Gäste wollen weniger Stress
Reisen wurde jahrzehntelang über das Mehr verkauft: mehr Sehenswürdigkeiten, mehr Programmpunkte, mehr Unterhaltung, mehr Auswahl, mehr Erlebnis.
Doch ein wachsender Teil der Gäste sucht offenbar das Gegenteil: weniger Hektik, weniger Organisation, weniger Reizüberflutung. Dafür mehr Zeit, Ruhe, Natur, Schlaf, Wohlbefinden und unkomplizierte Abläufe.
Das verändert auch die Bedeutung von Gastfreundschaft.
Denn Entspannung beginnt nicht erst im Spa. Sie beginnt dort, wo der Gast nicht nachdenken, warten, suchen oder kämpfen muss.
Wie entspannend ist eigentlich ein Restaurant?
Genau diese Frage sollten sich Gastronomen stellen.
Wie einfach kann ein Gast reservieren? Wie wird er empfangen? Muss er auf jemanden aufmerksam machen, um bestellen zu können? Versteht er die Speisekarte sofort? Ist der Raum angenehm oder akustisch anstrengend? Muss er nach der Rechnung suchen? Kann er problemlos bezahlen? Fühlt er sich umsorgt – oder organisatorisch beschäftigt?
Jeder unnötige Schritt kostet mentale Energie.
Eine Speisekarte mit 80 Positionen kann Vielfalt signalisieren – oder Überforderung. Musik kann Atmosphäre schaffen – oder Gespräche verhindern. Ein digitaler Prozess kann Zeit sparen – oder den Gast zum unbezahlten Mitarbeiter des Betriebs machen.
Auch perfekter Service bedeutet deshalb nicht zwingend mehr Service. Manchmal bedeutet er, Belastungen konsequent zu entfernen.
Vom Erlebnisdesign zum Entlastungsdesign
Darin könnte eine der unterschätzten Chancen für Gastronomie und Hotellerie liegen.
Nicht nur fragen: Was können wir dem Gast zusätzlich bieten?
Sondern: Was können wir ihm ersparen?
Warten. Suchen. Unsicherheit. Lärm. unnötige Entscheidungen. komplizierte Reservierungen. unklare Preise. schlechte Orientierung. hektische Abläufe.
Das kostet häufig weniger als die nächste spektakuläre Inszenierung – und kann für den Gast wertvoller sein.
Denn der eigentliche Luxus einer Reise könnte sich gerade verändern.
Nicht noch mehr erleben zu müssen.
Sondern für ein paar Stunden nichts müssen zu müssen.